SIETAR Deutschlands 
virtual BarCamp 2022

Unsere Keynote Speakers

 

Prof. Abdullahi Ahmed An-Na'im

Prof. Abdullahi Ahmed An-Na'im

Biographie Abdullahi Ahmed An-Na'im (aus dem Sudan) ist Charles Howard Candler Professor für Recht am Emory Law, assoziierter Professor am Emory College of Arts and Sciences und Senior Fellow des Center for the Study of Law and Religion der Emory University. An-Na'im ist ein international anerkannter Wissenschaftler auf dem Gebiet des Islams und der Menschenrechte sowie der Menschenrechte in kulturübergreifender Perspektive und unterrichtet Kurse in internationalem Recht, Rechtsvergleichung, Menschenrechten und islamischem Recht. Zu seinen Forschungsinteressen gehören Konstitutionalismus in islamischen und afrikanischen Ländern, Säkularismus sowie Islam und Politik. An-Na'im leitete diverse Forschungsprojekte, die sich mit Strategien zur Förderung von Reformen durch internen kulturellen Wandel befassen Ausbildung: PhD (Jura), Universität Edinburgh (Schottland), 1976; LLB (Honours) und Diplom in Kriminologie, Universität Cambridge (England), 1973; LLB (Honours), Universität Khartum (Sudan), 1970

Keynote Selbstverantwortung und Selbsthilfe sind das Kernkonzept und die Methodik der Selbsttransformation und Selbstbefreiung. Laut Abdullahi Ahmed An-Na'im sind Staaten aufgrund der strukturellen Grenzen des sogenannten Völkerrechts nicht in der Lage, die Menschenrechte zu schützen. Das Einzige, was ein Staat tun kann, ist, sich um die Wahrung der Bürgerrechte von Bürgern und Einwohnern nach innerstaatlichem Recht zu bemühen, während die Menschenrechte allen Menschen aufgrund ihrer Menschlichkeit zustehen. In seinem Vortrag wird er die folgenden Aspekte näher beleuchten: • Erläuterung und Bekräftigung des Engagements für die Menschenrechte; • Kritik an der Scharia als menschliche Interpretation islamischer Quellen, daher weder ewig noch unveränderlich; • Kritik an der staatszentrierten Rechtsdurchsetzung nach internationalem Recht, da sie von Natur aus nicht in der Lage ist, die Menschenrechte durch Rechtsdurchsetzung zu schützen. • Argumente für den Schutz der Menschenrechte durch eine auf die Menschen ausgerichtete Förderung des kulturellen Wandels und der politischen Mobilisierung.

Dr. phil. Juliana Murniati

Dr. phil. Juliana Murniati

Biographie Fakultas Psikologi Universitas Katolik Indonesia Atma Jaya, wo sie interkulturelle Kompetenz und Psychologie unterrichtet. Außerdem leitet sie ein Dr.-Programm in Psychologie.

Keynote In Ihrer Keynote wird Fr. Dr. Murniati den Teilnehmern das indonesische Verständnis von Verantwortung vermitteln. In Indonesien wird Verantwortung als soziale Verantwortung verstanden, bei dem gegenseitiges Helfen und Solidarität im Mittelpunkt stehen. Hierbei handelt es sich um einen indonesischen Kulturstandard, der auch andere Formen von Verantwortung entsprechend beeinflusst. Sie betrachtet diese Form der Verantwortung vor dem Hintergrund von Krisensituationen wie z.B. die derzeitige Corona-Pandemie und geht auch gleichzeitig auf die Dimension power distance und Leadership ein, die natürlich die soziale Verantwortung beeinflussen.

Christina Röttgers

Christina Röttgers

Biographie Christina Röttgers entwickelt kulturelle Kompetenzen in Unternehmen und für Führungskräfte. Seit über 20 Jahren moderiert sie Kulturprozesse in Organisationen und trainiert und coacht zur Führung multikultureller Teams ebenso wie zu persönlicher Führung in mehr als 25 Ländern. Schon seit ihrem Studium der Philosophie, Slawistik und Ostrecht arbeitet sie multidisziplinär und engagiert sich als Dozentin an der CBS International Business School und der Rheinischen Fachhochschule Köln. Ihre Themen sind auch hier multidisziplinär: verschiedene interkulturellen Themen, International Politics, Gender Equality und Diversity. Seit 2006 ist Christina Mitglied bei Sietar Deutschland, seit 2018 leitet sie im Tandem die Regionalgruppe KölnRheinRuhr. www.christinaroettgers.com

Keynote Self-Group-Global Responsibility – Ethics-Culture-Politics: Do we have an answer? Philosophie lehrt Fragen zu stellen, wesentliche Fragen. Das Thema dieses Bar Camps und die Frage nach Verantwortung wirft so vielfältige Fragen auf, dass wir mit einem philosophisch-multidisziplinären Überblick einsteigen. Was ist Verantwortung? Wer übernimmt sie? Woher wissen wir, was wir tun sollten? Wie gehen wir damit um, wenn wir es nicht wissen? Wenn wir auf uns selbst, die Gruppe und die Welt schauen, befassen wir uns mit Ethik, Kulturwissenschaften und Politik und stellen die Frage nach Verantwortung immer anders. Wie soll ich handeln? Welche Verantwortung können Gruppen übernehmen und welche braucht es für Gruppen? Welche Verantwortung für die Umsetzung von Werten hat Politik? Wie lässt sich der präskriptive Auftrag der Politik mit deskriptiven, kulturvergleichenden Ansätzen vereinbaren? Dieser Auftakt schlägt einerseits einen großen Bogen mit praktischen Beispielen aus allen Disziplinen und zeigt gleichzeitig einen roten Faden auf.

Weitere Gastbeiträge

Dr. Heike Brugger

Dr. Heike Brugger

Biographie Dr. Heike Brugger studierte Politikwissenschaft, Mathematik und Physik an der Universität Konstanz. 2017 promovierte sie an der Universität Konstanz am Fachbereich für Politik- und Verwaltungswissenschaften mit dem Schwerpunkt der lokalen Energiepolitik und der Netzwerkanalyse. Als Gastwissenschaftlerin war sie an der University of Arizona (Tucson, USA 2014-2015) und an der Grenoble Ecole de Management in Frankreich (2020). Seit Januar 2018 arbeitet Heike Brugger am Fraunhofer Institut für System und Innovationsforschung in Karlsruhe und leitet dort seit März 2021 das Geschäftsfelds Energiepolitik im Competence Center Energiepolitik und Energiemärkte. Ihre Arbeitsschwerpunkte beinhalten das Design und die Evaluierung von energie- und klimapolitischen Instrumenten und Maßnahmen insbesondere im Bereich der Energieeffizienz, der Digitalisierung und der Künstlichen Intelligenz sowie die Modellierung der Energieverbrauchsentwicklung in privaten Haushalten. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt liegt in der Analyse von und Beratung für lokale Energie- und Klimapolitik.

Beitrag Der menschengemachte Klimawandel wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten drastische Veränderungen unserer Lebensgrundlage zur Folge haben. Der letzte Bericht des IPCC (Intergovernemental Panel on Climate Change) zeigt deutlich, welche Anstrengungen in den kommenden Jahren erforderlich sind und welche (zum Teil drastischen) politischen Weichenstellungen notwendig sind. Eine besondere Verantwortung kommt hier dem globalen Norden zu, welcher über die vergangenen Jahrzehnte den absoluten Großteil der Emissionen verursacht hat. Neben deutlichen Reduktionspfaden im globalen Norden stellt sich die Frage wie im globalen Süden eine Erhöhung des Lebensstandards jenseits von fossilen Energieträgern realisiert werden kann. Internationalen Verhandlungen liegt daher das Prinzip der gemeinsamen aber unterschiedlichen Verantwortung zu Grunde. In ihrem Vortrag werden folgende Fragen näher beleuchtet: Wie viel Zeit bleibt uns noch? Überblick über die aktuellen Emissionszahlen und Entwicklungen in der globalen Energienachfrage; Was macht die Politik? Überblick über die Meilensteine der (europäischen) Energie- und Klimapolitik; Ist die Abwendung der Klimakatastrophe eine technologische Frage? Was bedeutet der intergenerationale Freiheitsbegriff und warum ist dieser in der Klimakrise von zentraler Bedeutung? Wie können wir Verantwortung übernehmen und uns unserer Verantwortung gerecht werden? - Denkanstöße

Vera Friedlmeier

Vera Friedlmeier

Biographie Vera Friedlmeier (ehemals Mühlenbeck), Master of Arts, interkultureller Kommunikation und Kooperation, ist seit 2008 in unterschiedlichen internationalen Unternehmen in Stabstellen im Bereich Management Reporting tätig. In 2019 hat sie eine Studie zum Thema Verantwortung aus der Perspektive der Mitarbeiter eines großen deutschen Automobilherstellers durchgeführt. Derzeit arbeitet sie im Bereich Personalcontrolling eines wachsenden SAP-Beratungsunternehmens. Sie beschäftigt sich zudem weiterhin mit dem Thema Unternehmenskultur und Verantwortung in einem volatilen Umfeld.

Beitrag Verantwortung im Kontext internationaler Unternehmen: Globale Unternehmen übernehmen Verantwortung. Sie definieren Verantwortung als einen Unternehmenswert, der vom Unternehmen gelebt wird. Aber was bedeutet der Wert Verantwortung in einem so breiten Kontext in einem internationalen diversen kulturellen Umfeld konkret für die Einzelnen? Eine Studie über die Übereinstimmung des Verhaltens der Mitarbeiter mit den Unternehmenswerten in einem großen deutschen Automobilkonzern hat ergeben, dass es eine markante Divergenz gab: das Verständnis der Unternehmenswerte war sehr divers und damit die Umsetzung der Werte entsprechend sehr unterschiedlich. Und so scheint es in vielen Unternehmen zu sein, wo Werte definiert wurden, aber immer wieder die Frage aufkommt: werden die Werte wirklich gelebt? Vera Friedlmeiers Vortrag beschäftigt sich mit der Frage: Kann der Wert Verantwortung, in einem gemeinsamen Verständnis gelebt werden, oder sind kulturelle Unterschiede, ein unterschiedliches Hintergrundwissen und verschiedene Rahmenbedingungen der Einzelnen ein Hindernis für ein gemeinsames Verständnis von Verantwortung in einem internationalen Unternehmen?

Dr. Katharina Lefringhausen

Dr. Katharina Lefringhausen

Biographie Dr. Katharina Lefringhausen ist interkulturelle Sozialpsychologin und arbeitet als Assistenzprofessorin an der Heriot-Watt University, Fachbereich Psychologie, in Schottland (zuvor außerordentliche Professorin an der University of Warwick, Angewandte Linguistik). Ihre Forschung konzentriert sich auf die Beziehungen zwischen den Gruppen, vor allem auf die Frage, wie sich Mehrheitsmitglieder selbst gegenüber ethnischen Minderheiten in einer gemeinsamen Gesellschaft akkulturieren, und auf die Folgen, die sich daraus für beide ergeben - für Mehrheits- und Minderheitsmitglieder (z. B. Wohlbefinden, Kreativität, Beziehungen zwischen den Gruppen) - in verschiedenen Kontexten (z. B. Arbeit, Universität oder Gesellschaft) und über einen längeren Zeitraum. Darüber hinaus ist Katharina seit 2016 Mitglied des Vorstands der SUK und arbeitet derzeit als Direktorin für Community Development. In dieser Funktion leitet sie ein Team von Trainern und Akademikern bei der Entwicklung und Durchführung eines RAAS-Projekts - der Unterstützung von Freiwilligen, die mit Flüchtlingen und Asylbewerbern in Großbritannien arbeiten (https://sietar.co.uk/refugees-and-asylum-seekers-project/). Ihre Forschung zur Akkulturation der Mehrheitsangehörigen ist ein Kernelement des Projektansatzes.

Beitrag In Zeiten zunehmender menschlicher Vertreibung aufgrund von Krieg und Klimawandel haben SIETAR UK und die Schweiz beschlossen, das Fachwissen ihrer Mitglieder zu nutzen, um Initiativen zur Unterstützung von Flüchtlingen/Asylbewerbern (RAAS) sowie von Freiwilligen, die mit ihnen arbeiten, zu entwickeln. Dabei wollten wir auch die Rolle der Mitglieder der Mehrheitsgruppe (z. B. britische Staatsangehörige) hervorheben, die häufig als Freiwillige im Akkulturationsprozess von RAAS fungieren. Das britische Projekt bietet ein kostenloses dreistündiges interkulturelles Training für Freiwillige an, die über Wohltätigkeitsorganisationen mit RAAS zusammenarbeiten. Dabei geht es um kulturelles Bewusstsein und Kommunikation, unbewusste Vorurteile und Privilegien sowie um die eigene kulturelle Anpassung und Strategien gegenüber RAAS. Das Schweizer "Start!"-Projekt bietet eine eintägige 5-stündige Schulung für Mentoren (meist Mehrheitsangehörige) und Mentees (RAAS) im Hochschulkontext an, wobei die Peer-to-Peer-Situation für den Schulungsansatz genutzt wird. Durch die Vorstellung des zugrundeliegenden Ziels und zweier möglicher Ansätze zu seiner Verwirklichung hoffen wir, andere lokale SIETARianer dazu zu bewegen, ihre eigenen RAAS-Projekte zu organisieren.

Dr. Koffi Emmanuel Noglo

Dr. Koffi Emmanuel Noglo

Biographie Dr. Koffi Emmanuel Noglo ist promovierter Politologe und freier Journalist (von der Hochschule für multimedialen Journalismus der Universität Lille/ESJ-Lille, Frankreich ausgebildet: esj-lille.fr) und arbeitet derzeit als "Leiter des Friedensförderungsprogramm" von EIRENE (eirene.org) im Sahel (Burkina Faso, Mali und Niger), mit der Geschäftsstelle in Niamey, Niger. Er ist zudem "Ehrenamtlicher Direktor der Academie Bilimon" (bilimonacademie.org oder bilimon.de), deren Gründungsmitglied (08.09.2011 in Lome, Togo) er ist.

Beitrag Ein praktisches Beispiel: "Académie Bilimon" in Togo und Deutschland - Übernahme von Selbstverantwortung ist das zentrale Thema bei der Begleitungsarbeit von jungen Menschen (www.bilimonacademie.org oder www.bilimon.de)

Gitta Peyn

Gitta Peyn

Biographie Gitta Peyn ist internationale Speakerin zu Dynamiken und FORMen von Konfliktsystemen im Kontext von Komplexitätsmanagement, hat ein Referenzsystem für internationale Kommunikation entwickelt und unter anderem im Juni 2020 auf der Konferenz „Strategies for Transformative Global Leadership“ der Vereinten Nationen und der World Academy of Art and Science zu „Intersectionality and Collecitve Intelligence“ einen Vortrag gehalten.

Beitrag Jede soziale, ökonomische, ökologische Verantwortung ist zunächst Kommunikationsverantwortung. Verantwortung kann nur übernehmen, wer Verantwortung übernehmen kann. Wer aber Verantwortung übernehmen kann, der ist auch verantwortlich dafür, Verantwortung zu übernehmen. Um das zu können, gilt zunächst zu wissen: Wofür können wir eigentlich Verantwortung übernehmen? Kommunikationsverantwortung stellt uns dabei ganz besonders in interkulturellen Kontexten vor besondere Herausforderungen, denn: Die Komplexität der Systemdynamiken multipliziert sich, kulturelle Biases kommen zu individuellen dazu. Ohne fundamentale Kenntnis systemischer Hintergründe potenzieller Entwicklungen der Systemdynamiken, konfrontiert mit der ständigen Konfrontation mit der eigenen Unfähigkeit Verantwortung zu übernehmen, laufen gerade interkulturelle Kommunikationssysteme nicht nur in oft unüberbrückbare Konflikte, sondern auch in Stagnationssysteme aus: Systeme, die immer nur wieder den status quo verwalten, ohne wirklich gemeinsame, sichtbare und konstruktive Veränderung zu ermöglichen. Wir freuen uns auf die System- und Kybernetikforscherin Gitta Peyn.

Still I Rise NGO

Still I Rise NGO

Biographie Still I Rise wurde gegründet, um einen konkreten Bedarf zu decken: die Ausbildung und Unterstützung von Minderjährigen, die im Hotspot Samos, dem Flüchtlingslager auf der Insel Samos in Griechenland, leben. Hier eröffneten wir Mazí, das erste Jugendzentrum für Kinder und Jugendliche auf der Insel, in dem wir Bildung, Essen, Therapie und einen sicheren Ort anbieten, um den Schrecken des Lagers zu entkommen. Auf Samos haben wir ein Schulmodell entwickelt, um traumatisierte und benachteiligte Minderjährige zu rehabilitieren und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich eine bessere Zukunft zu sichern. Jetzt eröffnen wir hochwertige internationale Schulen in Ländern, die zu Zielorten oder langfristigen Transiträumen für Migranten geworden sind.

Beitrag Details in Abstimmung

Prof. Dr. Maria Begoña Prieto Peral

Prof. Dr. Maria Begoña Prieto Peral

Biographie Prof. Dr. Maria Begoña Prieto Peral ist Professorin für Spanisch, Kultur- und Länderstudien des spanischsprachigen Raums an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München. Sie war bis 2019 Studiendekanin an der Fakultät für Studien Generale und Interdisziplinäre Studien. Derzeit leitet sie den Bereich Sprachen und Kulturstudien der Fakultät. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Konstruktion nationaler Identität in spanischsprachigen Ländern und die Erforschung kultureller Identitätsprozesse bei Migrantinnen und Migranten.

Beitrag Freiheit, Resilienz und globale Verantwortung in Krisenzeiten - in meinem Beitrag geht es darum, wie Krisen uns interkulturell fördern und fordern und uns zu globalen Werten und Handlungen herausfordern.

Diese Übersicht ist nicht final. Sie wird regelmäßig aktualisiert - also immer wieder mal vorbei schauen!